Station 12 - STRAHLUNGSWESEN

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Jochen Schweizer Videokunst Lichtinstallation Projektion Kollage Compositing Klang supra-media-art Performance

 

 

Text2

phosphorgleich
echter als echt
materie spinnt sich
in die fuge des scheins

genährt von den
stoßenden zeiten
der kraft
fruchtet morgana den raum

wunschspiegeltraum -
geblendete macht -
das schöpfergespinst
ist messbar
koste es was es wolle!



TEXTE

Text1

zeitraumerzeugende
liebe
wandelt sich gegenseitig -
erfüllung setzt zeichen

strahlender
materiegürtel
gesammelt im feld -
sonnen die ideale

hirnblau gestaltete
ziele
auch im eigenraum -
wärme als antwort

schöpfend gelenkte
lust
willensastschlagend -
traumfleisch im all

hinzugefügte
erwägung
das leben erformend -
falter der hoffnung

ElÄuterungen

Liebe als Projektion

Ein Mann, gestaltet als chinesisches Akupunkturdiagramm, sendet seine Energien in Richtung eines schemenhaft erscheinenden weiblichen Wesens. Die Reflexionen dieser Sendeinhalte formen in ihm das vorliegende Bild der Frau. Die gesendeten Energieeinheiten werden nicht vollständig reflektiert, sondern zum Teil absorbiert und beeinflussen auf diese Weise die Realität der Frau. Dieser Prozess erfolgt wechselseitig.
Die Idee oder Vorstellung projiziert ein Gedankenbild, verdeutlicht durch den blauen Gedankenblitz, der seinen Ursprung und die resultierenden reflektorischen Wirkungen in der Psyche, dem Gehirn, findet. Leiterbahnen im Gesichtsbereich kommentieren den engen Zusammenhang mit dem Seh-, Hör- Geruchs-, und Geschmackssinn, sowie Teilen des Tastsinnes.
Das Herz als mächtige Sende- und Empfangsstation projiziert Gefühlsbilder, und sucht diese in der Frau zu entdecken, bzw. veranlasst den Partner diese auszubilden. Das archetypische Mutterbild, die leibliche Mutter, bzw. die Anima findet hier ihren Platz und sucht im weiblichen Partner ihre materialisierte Entsprechung.
Der Wille, als Fleischverästelung des Bauches verkörpert, bildet seine mächtige Kraft heraus, um einerseits die Verbindung mit dem Partner zu erzwingen, andererseits den Partner nach unbewussten Vorbildern zu formen.
Die Ebene der triebhaften, pheromonalen Verbindung, die Lust, ist ein weiteres wesentliches Energiezentrum, hier gezeigt am erigierten Penis mit seinen eruptiven Kommunikationsformen, die direkt die weibliche Vagina ansprechen.
Zwischen den Liebenden, auf einer eigenen Lebensachse, kokonhaft das neue Leben, als manifestierte Materialisation der Liebe. Auf seinen Flügeln, die Freiheit des Lebensweges aufzeigend, die vollkommene Zahl Acht, in Form der acht Augen. Acht ist die Zahl der Widergeburt, die Zahl des Toth, Acht steht für Erfüllung, das Ganze und das Glück an sich.
Das Ungeheuer, das beim ägyptischen Totengericht im Falle einer ungünstigen Wägung, das Herz des Delinquenten verschlingt, giert geifernd auf das neu entstehende Leben: Eine Warnung an die Lebenden, den Weg des Herzens zu wählen.
In einer ruinenhaft verstrahlten Welt ist Liebe möglich und nötig. Liebe, frei von den aufgezeigten Projektionstendenzen, als ein kostbares Gut, welches dem Leben Sinn zu geben vermag.

 

 

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