Station 15 - POSITIONSSCHÄRFE

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Jochen Schweizer Videokunst Lichtinstallation Projektion Kollage Compositing Klang supra-media-art Performance

 

 

Text2

verfängliches netz
fliehender symbole
fordert messerscharfe wehr

ist die kraft gewachsen
schleudert sie raketengleich
taten in die weltenordnung

heller als hell
nehmen sie teil
an der erschaffung der welt

doch vorsicht!
waffenreflex als
gekopftes gesetz



TEXTE

Text1

die bearmung zieht
verschiedene fetzen
aus einer höhlung hervor

energie drückt sich aus -
die wirkung enthüllt mehrfach
ihren spendenden nutzen

der grund wird gebildet
durch großstadtgedärm -
gefärbte innereien
spiegeln harmonie vor

den raum bevölkern
verwandte flugkörper
in diametralen positionen

das doppelgesicht
zeigt zähne
wird opfer
seiner krafttat

ElÄuterungen

Gesetz des karmischen Zusammenhanges von Ursache und Wirkung.

Ein grüner Kopf, unterschiedliche Grimassen schneidend, schleudert hasserfüllte Worte in die Welt. Verschwenderisch entreissen sie dem Körper große Kraftreserven, angedeutet durch einen Feuerschweif. Raketengleich schießen Worte in den Himmel und wandeln sich zur tatkräftigen, todbringenden Waffe, das von der Hand geführte, blitzende Messer. Das Gesetz auf der Stirn, die eigene unbewusste Moral oder eine überindividuelle Gesetzmäßigkeit, bringt das Messer in eine neue Position, richtet sich gegen den Täter. Aggression, die in die Welt geschleudert wird, reflektiert dort und wendet sich in der persönlichen Welterfahrung gegen den Verursacher. Im Buddhismus das Gesetz von Ursache und Wirkung, Karma.
Die Mimik des Menschen zeigt gleichzeitig Freude und Entsetzen, die Lust und den Schrecken der Aggression verdeutlichend. Personen auf den Zähnen erinnern an Figuren der Metamorganareise. Jedoch tragen sie alle den Kopf des Protagonisten, als weiteres Indiz für die Projektionskraft der Psyche, im Sinne einer Materialisation unbewusster Seeleninhalte und Intentionen.
Die Ableitung der Aggression erfolgt über den Kopf, der Bewusstwerdung, und wird so in sinnvolle Energie, dargestellt durch Hochspannungsmasten, transformiert. Die nächtliche Großstadt belegt ihrerseits den Bedarf an sinnvollem Krafteinsatz.
Am Ende des zickzackförmigen Agressionsblitzes strebt ein raketenbetriebenes Menschenbildnis als Pentagramm in die Weite des Alls. Verbindungen eines nicht näher definierten Zusammenhanges, einer Art von Kommunikation, Kausalität oder Wechselwirkung, scheint zu dem rechten Himmelsobjekt, dem sehenden Auge der Erkenntnis, eingeschlossen im METAMORGANA-Logo, welches sich in diametraler Raum- und Richtungsposition befindet, zu bestehen.
Die hier aufgezeigte Polarität, zwischen dem aufsteigenden Symbol des Menschen in seiner Ganzheit, dem Pentagramm, und der abwärts gerichteten individuellen Erkenntnis, kann nur auf der zugehörigen Metaebene gelöst werden. (Auf- und Abwärtsbewegung hier im Sinne des Bezugspunktes Bild, nicht als höher, bzw. tiefer gelegen im Sinne von Entwicklung). Dieses verschmolzene Wissen bildet dann wiederum einen Pol der doppelpoligen, sich gegenseitig ausschließenden, paradoxen Metawelt, deren Überwindung durch die Vereinheitlichung der polaren Gegensätze in der MetaMetawelt möglich wird, zu der sich folgerichtig sofort ihre eigene Antiwelt bildet. Ad infinitum. Jede Erkenntnis ist eine Erleuchtung in einem bestimmten, begrenzten Rahmen, den es durch Erkenntnis zu erweitern gilt.
Auch der Protagonist erfährt einen neuen Bezsugspunkt, indem er selbst zum Inhalt dieser Szene wird.

 

 

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